Blended Learning mit m WBT

Die Teil-Internetisierung von traditionellem Präsenztraining kann tatsächlich sowohl qualitative als auch ökonomische Vorteile erzeugen. Historisch ging die Entwicklung
  • vom CBT, dem computerbasierten Lernen mit Lernprogrammen, über
  • das WBT, als dem webbasierten Lernen, hin zu
  • dem mWBT, dem moderierten WebBasedTraining, wo ein Dozent die Lernenden anleitet und motiviert.
  • Das Blended Learning, als eine Mischung von mWBT und klassischen Präsenztraining scheint sich als die didaktisch beste Lernmöglichkeit herauszubilden.
Das Konzept des Blended Learning versucht die Vorteile des reinen E-Learning mit den Vorteilen des Präsenz-Training zu kombinieren. Lern/Lehr-Management-Systeme (LMS) bieten hierzu vielfältige Funktionen. Es soll am aufgezeigt werden, wie ausgewählte Funktionen eines LMS verwendet werden können, um moderierte Fernlehre als Ergänzung zu Präsenzunterrichten erfolgreich durchzuführen.


 

E-Learning mit TraiNex
und moderiertem WebBasedTraining

Prof. Dr. S. Bieletzke1

 

 

 

Inhalt

1     Einleitung. 2

2     Unabhängigkeit von Raum und Zeit 3

3     Blended Learning. 4

4     Werkzeuge im TraiNex. 5

4.1     Archiv. 5

4.2     Links. 5

4.3     Aktuelles. 5

4.4     Foren. 5

4.5     Chat und Who’s online. 6

4.6     E-Mail 6

4.7     E-Learning. 6

4.7.1     WBT. 6

4.7.2     Fremdcontents. 6

4.7.3     Tests. 6

4.8     Hausaufgaben. 6

5     Beispiel-Unterricht 7

6     Fazit 9

Weiterführende Literatur 9

Anhang:  Beispiel eines TraiNex-Einsatzplans zum Blended Learning/mWBT. 10

 

 

Zusammenfassung:

Die Teil-Internetisierung von traditionellem Präsenztraining kann sowohl qualitative als auch ökonomische Vorteile erzeugen. Das Konzept des Blended Learning versucht die Vorteile des reinen E-Learning mit den Vorteilen des Präsenz-Training zu kombinieren. TraiNex, ein Lern/Lehr-Management-System, bietet vielfältige Funktionen für z. B. Kommunikation, Zusammenarbeit, Gemeinschaft oder Materialmanagement. Zusätzlich ermöglicht es Blended Learning. Es soll aufgezeigt werden, wie ausgewählte TraiNex-Module  verwendet werden können, um moderierte Fernlehre als Ergänzung zu Präsenzunterrichten erfolgreich durchzuführen.

 

Abstract:

Transferring parts of the traditional presence-training to the web offers quite a lot of advantages from the point of cost as well as from the point of quality. Blended-Learning tries to combine the advantages of pure e-learning with the positive aspects of the presence-training. TraiNex, a learning management system, offers highly useful features for e. g. communication, collaboration, community and content-management. On top of that, TraiNex enables lecturers to use blended-learning. The target is to point out, how selected TraiNex-modules can be used to achieve a succesful distance learning in combination with traditional presence-training.

 

 

1                      Dr. S. Bieletzke ist Professor für E-Business an der Privaten Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld. Er beschäftigt sich seit 1996 mit Internet Assisted Learning/Teaching, u.a. in Bertelsmann-Projekten, internationalen Projekten zu Videoconferencing an der Universität Münster und in Kooperation mit Siemens, als Geschäftsführer eines deutschlandweit tätigen Weiterbildungs­unternehmens mit Sitz in Berlin sowie als geschäftsführender Inhaber von Trainings-Online.

 

 


1          Einleitung

Die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien und die damit verbundenen neuen Methoden für die Gestaltung und Verbreitung von Inhalten (z.B. Web,  Hypertext und Multimedia) haben die Entwicklung so genannter E-Learning-Programme ermöglicht.

 

Unter E-Learning (electronic learning, elektronisch unterstütztes Lernen) wird das Lernen (und Lehren) unter Einbezug von elektronischen Kommunikationsmitteln und Medien verstanden.[1]

 

Das TraiNex ist ein webbasiertes Lern-/Lehrmanagement-System für Präsenz­unterrichte.[2] Wie Abbildung 1 zu entnehmen ist, konkurriert es nur peripher mit Anbietern von Courseware. Auch bietet es keinen bzw. kaum vorgefertigten Lerninhalt (Content).

 

Gleichwohl bietet das TraiNex ver­schiedene Werkzeuge und Möglichkeiten für E-Learning. Das E-Learning-Konzept des Blended Learning sowie die Werkzeuge des TraiNex zu dessen Umsetzung sollen hier vorgestellt werden.



Abb. 1: E-Learning-Wettbewerb


2          Unabhängigkeit von Raum und Zeit

Bei den E-Learning Modulen des TraiNex wurde Wert gelegt auf die Erfüllung folgender zwei Kernanforderungen:

  • Zugang zu Kursinhalten ist räumlich nicht beschränkt.[3]
  • Zugang zu Kursinhalten ist zeitlich nicht beschränkt.

 

Die Bedeutung der (Un-)Abhängigkeit von Raum und Zeit für bestimmte Funktionen verdeutlicht folgende Abbildung. Da z. B. ein Chat zu einem bestimmten Termin statt­findet oder eine Videokonferenz zusätzlich zur Terminrestriktion auch Hardware-Restrik­tionen aufweist, verengen sich die Möglichkeiten für zeit- und raum­un­ab­hängiges Lernen und Lehren auf ganz bestimmte Werkzeuge. Auf diese Werkzeuge wurde bei der TraiNex-Entwicklung besonderer Wert gelegt.

 

 

zeit-unabhängig

zeit-abhängig

raum-unabhängig

- Foren-Beitrag lesen/schreiben
-Tests/WBT bearbeiten
- ...

- an Chat teilnehmen
- ...

raum-abhängig bzw.
abhängig von Hardware

- Ausdruck von Lernmaterial

- Video-on-demand

-  ...

- Video-broadcast

- Synchron-Konferenz[4]

- App.-Sharing

- ...

Abb.2: Zeit- und Raumunabhängigkeit

Weitere Anforderungen beim E-Learning-Konzept des TraiNex sind:

  • Zugang zu Kursinhalten nur für zugeordnete Nutzerkreise.
  • Verfolgung von Performance und Lernergebnissen.
  • Dozent kann als Autor tätig werden (gekennzeichnete Verfasserschaft).
  • Verfasser hat Zusatzrechte bei erzeugten Contents.
  • Dozent benötigt kein spezifisches Web-Know-How für Content-Erstellung.
  • Den Nutzern stehen verschiedenste Werkzeuge/Räume zur Auswahl.
  • Ausbau-, Anpassungs- und Erweiterungsfähigkeit.
  • Wieder-/Weiterverwendbarkeit bzw. -verwertbarkeit von Contents.

 

 

3          Blended Learning

Das TraiNex ist besonders geeignet für die als besonders sinnvoll anerkannte E-Learning-Art des Blended Learning. Blended Learning bezeichnet Lehr-/Lern­konzepte, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von 'traditionellem Klassen­zimmerlernen' (Präsenz) und Lernen auf der Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedien (E-Learn) anstreben. Das auch B-Learning genannte Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten des gemeinsamen Lernens.[5]

 

 

Präsenzveranstaltung

E-Learning

 

Vorteile

+ Teilnehmer nehmen sozialen Kontakt auf, bilden eine Gruppe
+ Dozent und Teilnehmer lernen sich
persönlich kennen
+ die Kommunikation ist ganzheitlich

+ Teilnehmer lernen wie und wo es ihnen passt
+ Teilnehmer bestimmen ihr Lerntempo selbst
+ Der Lernstoff ist gut aufbereitet

Nachteile

- alle Personen müssen zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein
- die Teilnehmer müssen gleich schnell oder langsam lernen
- die Teilnehmer müssen das gleiche lernen

- Keine/Geringe soziale Bindung zu weiteren Teilnehmern
- Missdeutungen von Inhalten bleiben unbemerkt
- Hohe Selbstlernkompetenz ist erforderlich

Abb. 3: Präsenz- versus E-Learning

 

Beim B-Learning

  • wird die Vorbereitung des Kurses elektronisch abgewickelt (z. B. Anmeldung, Vorstellungsrunde, Grundlagen via WBT zur Verfügung stellen)
  • wird während dem eigentlichen Lernzeitraum zwischen synchronen Präsenz- und asynchronen oder synchronen E-Learn-Phasen gewechselt (z. B. im Rhythmus  eine Woche E-Learn und ein Tag Präsenz’)
  • wird die Nachbereitung elektronisch abgewickelt (z. B. Evaluation/Notenbekanntgabe).

 

 

Abb. 4: Blended Learning

 

Aktive Präsenzphasen wechseln sich gem. Abb. 4 demnach ab mit E-Learning-Phasen. Alle Phasen des B-Learning werden vom TraiNex unterstützt, wobei für die E­‑Learning-Phasen das moderierte WebBasedTraining (mWBT) vorgesehen ist.

 

Bei WebBasedTraining (WBT) werden Lerneinheiten auf einem Server zur Verfügung gestellt, die vom Lerner autonom und ohne Anleitung durchgearbeitet werden. Moderiert ist das WBT im Sinne eines mWBT, wenn ein Dozent

  • als Ansprechpartner in angemessener Reaktionszeit erreichbar ist,
  • als Moderator die Kurse individuell anleitet,
  • mittels der verfügbaren Werkzeuge und gemäß eines erstellten Lehrplans zum Lernen anregt und
  • Ergebnisse bewertet.

 

4          Werkzeuge im TraiNex

Die im TraiNex zur Verfügung stehenden „Werkzeuge“ für mWBT sollen nun kurz separat beschrieben werden, bevor das Zusammenspiel der Werkzeuge in einem Szenario demonstriert werden soll.

 

4.1        Archiv

Der Button Privat/Pers. Archiv führt den Dozenten in sein persönliches Archiv. In Archiven werden elektronische Dokumente wie Aufgaben, Tutorials, Folien, kommentierte Screen-Mitschnitte[6] etc. thematisch in Blöcken gesammelt und ab­ge­legt. Das Material­management ermöglicht es, dass diese Blöcke anschließend über die Teilnehmer-Zuordnung beliebigen Teilnehmergruppen zuordbar sind. Die Teilnehmergruppen werden automatisch über neue Dokumente informiert.

 

4.2        Links

Über den Button Privat/Pers. Links kann ein Dozent eine thematisch sortierte Linksammlung aufbauen und beliebigen Teilnehmergruppen zur Verfügung stellen. Die Teilnehmer werden automatisch auf neue Einträge in der Link­sammlung aufmerksam gemacht.

 

4.3        Aktuelles

Über /Aktuelles kann ein Dozent aktuellen Meldungen für eine bestimmte Nutzergruppe einstellen. Alle Meldungen sind auch zeitsensitiv, werden also nach Erreichen des „Verfalldatums“ nicht mehr angezeigt. Die Seite ‚Aktuelles’ ist Ausgangspunkt jeder Aktion im TraiNex, da dem Nutzer dort alle für ihn relevanten Systemänderungen präsentiert werden.

 

4.4        Foren

Die /Foren dienen der zeitversetzen Kommunikation. Neben den Haupt­foren der Niederlassung existiert ein exklusives Forum für jede der Teilnehmer­gruppen. Die Foren sind übersichtlich strukturiert und nutzersensitiv, d.h. jeder Nutzer sieht nur diejenigen Foren, die ihm gemäß seinem Status und seiner Zu­gehörigkeit zugeordnet sind. Die Artikel können nur nicht-anonym erstellt werden. Es besteht die Möglichkeit zur For­matierung von Artikeln (mittels HTML), zur Ein­bindung von beliebigen Bildern oder der An­zeige des eigenen Nutzerbildes. Alle ver­wendeten Begriffe im Artikel, die als Fachbegriff im Glossar oder TraiNex-Wiki erfasst sind, werden im veröffentlichten Artikel als Popup mit einer Begriffs­erklärung angeboten.

 

4.5        Chat und Who’s online

Der /Chat dient der zeitgleichen textuellen Kommunikation. Dem Chat können Öffnungszeiten zugeordnet sein, es können Räume definiert und privatisiert bzw. moderiert werden. Über die Funktion /Who's online kann abgerufen werden, wer derzeit online im System eingeloggt ist und einem aus­gewählten Nutzer eine Kurznachricht, z.B. eine Einladung in den Chat, direkt auf dessen Bild­schirm gesendet werden.

 

4.6        E-Mail

Über /E-Mail kann man ganzen oder Teilen einer Teilnehmer­gruppen Serien-E-Mails inkl. Anhängen oder SMS senden. Für jeden E-Mail-Empfänger wird über das System eine persönliche Anrede generiert. TraiNex-Mails enthalten Zusatz­informationen über Absender und Adressaten und einen Authentifizierungs-Check. Über einen internen Mailausgang und Maileingang können TraiNex-Mails unab­hängig von einem Mailaccount auf jedem Rechner abgerufen oder versendet werden.

 

4.7        E-Learning

Unter /E-Learning sind folgende Funktionen zusammengefasst.

 

4.7.1       WBT

Web Based Training-Einheiten sind im TraiNex elektronische Arbeitsskripte, die sich zur Vorbereitung oder Wiederholung bzw. Vertiefung eines Stoff­gebietes eignen. Jede WBT-Einheit besteht aus mehreren Kapiteln, die Texte, Bilder und Kontroll­fragen beinhalten. Diese WBT-Einheiten können mittels eines integrierten Autoren­systems durch Dozenten erstellt werden. Sie können nach der Erstellung für beliebige Teilnehmer­gruppen bis zu einem beliebigen Kapitel freigeschaltet werden. Den Lern­fortschritt (Kapitelfortschritt) jedes einzelnen Nutzers kann man kontrollieren.

 

4.7.2       Fremdcontents

Extern erstellte WBT, wie z. B. käuflich erworbene Lernprogramme, können ins TraiNex komplett integriert und anschließend Teilnehmergruppen zu­ge­ordnet werden. Die Nichtteilnahme einer Nutzers an solch einem Lern­programm kann geprüft werden.

 

4.7.3       Tests

Die Funktion TESTS ermöglicht die Erstellung von Multiple-Choice-Tests mittels eines Autorensystems. Es ist möglich, Tests zu definieren und beliebig um Fragen und Antworten zu ergänzen sowie sie Teilnehmergruppen  zuzu­ordnen. Die Antworten der Nutzer auf die zufällig ausgewählten Fragen werden online und sofort ausgewertet. Das Ergebnis des ersten absolvierten Tests wird protokolliert.

 

4.8        Hausaufgaben

Die Funktion /Hausaufgaben ermöglicht Dozenten das Stellen und das Ein­sammeln von Hausaufgaben. Teilnehmer können Lösungen in Form von Dateien bis zum Endabgabetermin einstellen. Nach Ende des Abgabezeit­raumes kann der Dozent die eingereichten Hausaufgaben einsehen und auch bewerten. Die Be­wertung wird dem Nutzer direkt präsentiert.

 

5          Beispiel-Unterricht

 

Am Beispiel einer Lerneinheit zum Thema „Einstieg E-Business“ soll die Methodik veranschaulicht werden. Die Lerneinheit wurde nur mittels mWBT im TraiNex durch­geführt. Die Lerneinheit begann mit einer TraiNex-Serien- Mail des Dozenten an die Lernenden, die Zielsetzung, Gliederung und Literaturhinweise enthielt. Anschließend wurde eine Diskussion im TraiNex-Forum angeregt. Ab­bild­ung 5 stellt einen Auszug aus dem Diskussionsbaum sowie den Einstiegs­artikel des Dozenten dar. Lernende wurden hier angeregt, Definitionen zum Begriff „E-Business“ zu finden und kritisch zu hinterfragen.

 

Abb. 5: Diskussionsbaum
 

-         Einen Tag später wurde eine 45-minütige audiokommentierte Folienshow über das TraiNex-Archiv zum Thema „E-Business-Strategie“ zur Verfügung gestellt. Die Lernenden wurden aufgefordert, sich die audiokommentierte Folienshow anzusehen und die dort gestellten Fragen im Forum zu beantworten.

-         Die Lerneinheit wurde dann mit einem Theorieskript aus dem Archiv und einer darauf aufbauenden im TraiNex-Modul Hausaufgaben gestellten Aufgabe fortgesetzt, zu dessen Bearbeitung eine Frist von 2 Tagen gesetzt war.

-         Die Lerneinheit schloß ab mit einem Multiple-Choice-Test zur Selbstüberprüfung, einem Chat sowie einer Dozentenevaluation.

 

Insgesamt lief dies mWBT über eine Woche und beanspruchte ca. 9 Stunden Arbeitszeit des Lernenden. Da alle eingesetzten Lernmedien (Texte, aufgezeichnete Audio­präsentation, Test, Hausaufgabentext) wiederverwendet wurden, ergibt sich die ein­ge­setzte Arbeitszeit des Dozenten vor allem aus der Kommentierung von Dis­kussions­antworten, dem Überprüfen der Hausaufgabe sowie der Moderation des Ab­schluß-Chat (ca. 2,5 Stunden). Der gesamte mehrwöchige Ablaufplan ist fol­gen­der Abbildung zu entnehmen. Zusätzlich wurden im Sinne des B-Learning auch Präsenzphasen und Synchron-Konferenzen integriert.

 

Woche

Inhalt/Tätigkeit Dozent

Werkzeug

E-Learn/
Präsenz

1

Dozent begrüßt, regt Vorstellungsrunde an und bittet um Ausfüllung der  pers. Profile.

 

Mail, Forum


E

Doz. fragt Erwartungen an das Seminar ab.

Forum

Doz. stellt Gliederung und Ziele vor. Doz. stellt Grundlagen-Skript zur Verfügung.

Archiv

Dozent stellt Lernmaterial zu Grundlagen zur Verfügung und bittet um terminierte  Durcharbeit der Grundlagen, prüft erfolgreiche Bearbeitung.

WBT

2

Dozent stellt Material (Word, Powerpoint, Flash, Video) zum 1. Lernziel ein.

Archiv

E

ab 2
ständig

Dozent stellt eigene Fragen bzw. veröffentlicht Fragen, die ihn per Mail erreichen und stellt diese zur Diskussion.

Forum

 

 

 

Ständig:

Chat-
(Sprech-stunde)

Foren
(Diskussion)

 

 

E

Dozent steht einmal wöchentlich in Chat oder Synchron-Konferenz zur Verfügung (Sprechstunde).

Chat/Synchron-Konferenz

3

Dozent stellt Fallstudie zur Verfügung und bittet um Einreichung einer Lösung, Vorbereitung einer Präsenzveranstaltung.

Hausaufgaben

E

4

Dozent begrüßt erstmalig face2face, Vorlesung zu einem Thema, Präsentation der Hausaufgaben-Lösung durch Teilnehmer, Diskussion.

Präsenzseminar (1 Tag)

P

5

Nachbereitung der Präsenzveranstaltung.

Archiv, Forum

E

6

Dozent stellt Material (Word, Powerpoint, Flash) zum 2. Lernziel ein.

Archiv

E

6

Zuordnung eines MC-Tests

Tests

E

7

Dozent stellt ‚fertiges’ WBT zur Verfügung.

Fremdcontent

E

8-15

...

...

E/P

16

Abschlusstest, Abschlussbesprechung

Test, beaufsichtigt im PC-Raum

P

17

Nachbereitung, Evaluation des Dozenten

 

E

Der Beispiel-Unterricht macht deutlich, dass der Dozent als Moderator stark in­volviert ist. Die Belastung des Dozenten wird im ersten durchgeführten Kurs, auf­grund der Auf­bereitung der Contents und der methodischen Umstellung, größer sein als in ei­nem vergleichbaren reinen Präsenz­unterricht. Ab dem zweiten Kurs wird die Be­­last­ung des Dozenten aufgrund der Wiederverwendbarkeit sämtlicher Contents aber stark sinken und unter der Belastung eines vergleichbaren Präsenz­unterrichtes sein.

 

6          Fazit

Abschließend sollen für WBT, mWBT und Live-Konferenz verschiedene Kriterien betrachtet werden. Das Kriterium der Skalierbarkeit sagt aus, ob die Anzahl der gleichzeitig stattfindenen Kurse bzw. teilnehmender Lerner kosten- und personal­un­elastisch steigen kann.

-         Beim reinen WBT ist die Skalierbarkeit sehr hoch, da den Lernenden nur der Zugang zu den beliebig wiederverwendbaren Contents frei­geschaltet wird und Dozenten nicht beteiligt sind.

-         Live-Konferenzen (mit Audio und/oder Video) hingegen können sinnvoll nur ab einer gewissen tech­nischen Bandbreite und nur bis zu einer kritischen Anzahl Teilnehmer durch­geführt werden. Die zeitliche Synchronität ermöglicht keine Wieder­verwend­barkeit, die Skalierbarkeit ist dementsprechend gering. Vorteilhaft an Video­konferenzen ist hingegen zu sehen, dass die Methodik des Dozenten sich nicht grundlegend ändern muss.[7]

-         Beim mWBT ist die Skalierbarkeit als mittel ein­zustufen, da zwar wie bei WBT die Contents wiederverwendet werden, aber der Moderations­aufwand abhängig von der Anzahl betreuter Kurse ist. Betont werden muss beim mWBT, dass die Methodik des Dozenten sich grundlegend ändern muss, was als ein Grund für eine ablehnende Dozenten-Haltung angesehen werden kann.

 

 

Wiederverwendbarkeit

Skalierbarkeit

Änderung der Dozentenmethodik

WBT

sehr hoch

sehr hoch

-

mWBT

hoch

mittel

hoch

Live-Konferenz

gering

nein

gering

 

Die Teil-Internetisierung von Präsenzunterricht kann mittels mWBT unter Einsatz der TraiNex­-Werkzeuge realisiert werden und es ergeben sich Zeit- und Raum­unab­hängigkeiten für Lernende und Lehrende, die als vorteilhaft angesehen werden können. Auf­grund der gleichzeitig sinkenden Kosten für Räume, Wege und Honorare kann die Um­­­setzung von Blended Learning mit dem TraiNex als vorteilhaft angesehen werden.

 

 

Weiterführende Literatur

o         Back, Bendel, Stoller-Schai (2001): E-Learning im Unternehmen: Grundlagen - Strategien - Methoden. Zürich 2001.

o         Baumgartner, Häfele (2002): E-Learning Praxishandbuch: Auswahl von Lernplattformen, Innsbruck 2002.

o         Bendel, Hauske (2004): E-Learning: Das Wörterbuch. Oberentfelden/Aarau 2004.

o         Bieletzke, Grob (1999): Aufbruch in die Informationsgesellschaft, Münster-London 1999.

o         Kerres (2001): Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung., München 2001.

o         Lehmann, Burkhard/Bloh (Hrsg.): Online-Pädagogik. Hohengehren 2002.

o         o.V., CD Austria, Sonderheft des bm:bwk, 05/2002, http://www.bildung.at/statisch/bmbwk/e-learning.pdf

o         Simon (2002): Medien und Hochschulentwicklung (Studienbrief), http://www.educanext.org/ubp/srchDetailsLR?lrID=lr-wuw-bsimon-1080051541414


Anhang 1:
Beispiel eines TraiNex-Einsatzplans zum Blended Learning/mWBT

 

 

Anmerkung: Jede Lerneinheit ist mit Präsenz- oder E-Learning gekennzeichnet. Lerner bekommen automatisch jeden Tag aus diesem Plan ihr zu bearbeitendes Lernpensum mitgeteilt. Die angegebenen Uhrzeiten bei E-Learning sollen bei asynchronen Lerneinheiten nur ein Anhaltspunkte für den Lerner sein, um die Bearbeitungsdauer abzuschätzen. Bei zeitlich synchronen Einheiten (Chat bzw. Präsenz­unterricht oder ggf. synchronen Konferenzen) sind die Zeiten hingegen verbindlich, der Termin ist deshalb als wichtiger Termin ‚grau’ unterlegt. Sollten zusätzlich Raumrestriktionen gegeben sein, so sind diese ebenfalls dokumentiert.

 



[1]           Schlagworte im Bereich E-Learning sind z. B. Computer Based Training (CBT), Web Based Training (WBT), Virtuelles Klassenzimmer, Business TV, Web Based Collaboration, Computer-Supported Cooperative Learning, E-Mentoring, E-Tutoring oder Blended Learning. Die Vielzahl der Schlagworte mag auch verdeutlichen, dass unterschiedlichste Ansätze und Fokussierungen bestehen. Die Er­wartungen an E-Learning wurden jedoch in vielen Projekten nicht erfüllt. Begründbar ist dies auch damit, dass Medien nur zu einem geringen Teil für den Lernerfolg ausschlaggebend sind, vielmehr Qualität erst entsteht, wenn Mediendidaktik, Medienpädagogik, Organisation, Methodik und Inhalte professionell geplant und umgesetzt werden. Aufgrund dieser Erfahrungen tendiert man derzeit dazu, E-Learning eher als Ergänzung zur Präsenzlehre (Hybride Lernarrangements, Blended Learning) anzusehen.

[2]           Vgl. zum TraiNex und den 5 C-Zielen (Communication, Collaboration, Content-Management, Community, Cost-Decrease) ausführlich unter http://www.trainings-online.de 

[3] Dazu gehört auch: Auf Seite der Lerner und Lehrer kann standardisierte Hardware und Soft­ware eingesetzt werden. (Thin Client: Standard-Browser plus Internetanschluss, keine Cookies oder Zusatzsoftware)

[4] Synchrone Konferenzen ermöglichen die zeitgleiche, räumlich-verteilte Nutzung eines Konferenz­raums im Web, in dem z.B. Folien gezeigt und auditiv erläutert werden, Teilnehmer sich zu Wort melden können oder Anwendungen gemeinsam genutzt werden. Bestimmten Konferenz-Lösungen (wie z.B. Adobe Connect) können transparent ins TraiNex integriert werden. Grundsätzlich verzichtet TraiNex aber zunächst bewußt auf Live-Audio- bzw. Konferenz-Funktionalität. Denn diese 1:1-Über­tragung einer klassischen Unterrichtssituation auf eine andere technologische Basis hat drei Nach­teile. Erstens wird die zeitliche Unabhängigkeit von E-Learning nicht gewährleistet, da an einer synchronen Konferenz zu einem bestimmten Zeitpunkt teilgenommen werden muss. Zweitens wird die räumliche Unab­hängig­keit eingeschränkt (wenn eine Zusatzhardware wie Mikrofon oder Kamera oder Zusatzsoftware benötigt wird, kann nur von ‚eingerichteten’ Rechnern an der Konferenz teilgenommen werden). Drittens entstehen soziale Benachteiligungen, da Konferenz-Teilnehmer mit guter Web-Anbindung und guter Hardware bevorteilt werden. Aus ökonomischer Sicht des Anbieters ist zusätz­lich der Nachteil der Nicht-Lagerfähigkeit und somit fehlenden Wiederverwendbarkeit einer Konferenz zu nennen. Folglich bleiben die Personalkosten für eine zusätzliche Lerneinheit (variable Grenz-Dozentenkosten), konstant, anstatt zu sinken.

[5]           Vgl. Abb. 3.

[6]              Kommentierte Screen-Mitschnitte bieten ‚konserviert’ z. B. die Kernaussagen einer Vorlesung. Vgl. Bieletzke, S., 2004, Erläuterung der Nutzwert-Methode im Flash-Videomitschnitt: http://www.celsi.ch/eval   

[7]              Z. B. wenn eine Vorlesung via Video übertragen wird und sich eine video­gestütze Fragenrunde anschließt.

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